Evangelium nach Matthäus. Kapitel 26: 1 Und es geschah: Als Jesus alle diese Reden vollendet hatte, sprach er zu seinen Jüngern: 2 Ihr wißt: Nach zwei Tagen ist das Pas’cha und der Menschensohn wird überliefert, um gekreuzigt zu werden.
21 Und während sie aßen, sprach er: Amen, ich sage euch: Einer von euch wird mich überliefern. 22 Und sehr betrübt fingen sie ein jeder von ihnen an, zu ihm zu sagen: Bin etwa ich es, Herr? 23 Er aber antwortete: Der mit mir die Hand in die Schüssel eingetaucht hat, dieser wird mich überliefern. 24 Der Menschensohn geht zwar dahin, gleichwie über ihn geschrieben steht; wehe aber jenem Menschen, durch den der Menschensohn überliefert wird; es wäre jenem Menschen besser, wenn er nicht geboren worden wäre. 25 Judas aber, der ihn überlieferte, antwortete und sprach: Bin etwa ich es, Rabbi? Er spricht zu ihm: Du hast es gesagt. 26 Während sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte, brach und gab es den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; dies ist mein Leib. 27 Und er nahm den Kelch, dankte, gab ihn ihnen und sprach: Trinket alle daraus. 28 Denn dies ist mein Blut des neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden. 29 Ich sage euch aber, dass ich von jetzt an keineswegs von diesem Erzeugnis des Weinstockes trinken werde bis zu jenem Tag, wann ich es neu mit euch trinke im Königtum meines Vaters. 30 Und nachdem sie Hymnen gesungen hatten, gingen sie hinaus auf den Ölberg. Dann spricht Jesus zu ihnen: 31 Ihr alle werdet Ärgernis an mir nehmen in dieser Nacht; denn es steht geschrieben: «Ich werde den Hirten schlagen, und die Schafe der Herde werden zerstreut werden.» 32 Nachdem ich aber auferweckt sein werde, werde ich euch vorangehen nach Galiläa. 33 Petrus aber antwortete und sprach zu ihm: Wenn auch alle Ärgernis nehmen werden an dir, ich aber werde niemals Ärgernis nehmen. 34 Jesus sprach zu ihm: Amen, ich sage dir: In dieser Nacht, ehe ein Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. 35 Petrus spricht zu ihm: Selbst wenn ich mit dir sterben müsste, werde ich dich keineswegs verleugnen. Gleicherweise aber sprachen auch alle Jünger. 36 Dann kommt Jesus mit ihnen zu einem Landstück, genannt Gethsemane, und er spricht zu den Jüngern: Setzet euch hier, bis ich hingegangen bin und dort gebetet habe. 37 Und er nahm den Petrus und die zwei Söhne des Zebedä’us mit und fing an, betrübt und unruhig zu werden. 38 Dann spricht Jesus zu ihnen: Überaus betrübt ist meine Seele, bis zum Tode; bleibet hier und wachet mit mir. 39 Und er ging ein kleines Stück weiter, fiel auf sein Angesicht, betete und sprach: Mein Vater, wenn es möglich ist, soll dieser Kelch an mir vorübergehen; indes nicht wie ich will, sondern wie du willst.
43 Und er kommt und findet sie wiederum schlafend, denn ihre Augen waren schwer geworden. 44 Und er ließ sie, ging wiederum hin, betete zum dritten Mal und sprach dasselbe Wort. 45 Dann kommt er zu den Jüngern und spricht zu ihnen: Ihr schlafet fort und ruhet aus; siehe, genaht hat sich die Stunde, und der Menschensohn wird in die Hände der Sünder überliefert.
40 Und er kommt zu den Jüngern und findet sie schlafend; und er spricht zu Petrus: Also nicht eine einzige Stunde wart ihr stark genug, mit mir zu wachen? 41 Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt. Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach. 42 Wiederum, zum zweiten Mal, ging er hin <und betete und sprach>: Mein Vater, wenn dieser Kelch nicht an mir vorübergehen kann, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille. 43 Und er kommt und findet sie wiederum schlafend, denn ihre Augen waren schwer geworden. 44 Und er ließ sie, ging wiederum hin, betete zum dritten Mal und sprach dasselbe Wort. 45 Dann kommt er zu den Jüngern und spricht zu ihnen: Ihr schlafet fort und ruhet aus; siehe, genaht hat sich die Stunde, und der Menschensohn wird in die Hände der Sünder überliefert. 46 Erhebet euch, lasset uns gehen; siehe, genaht hat sich, der mich überliefert. 47 Und während er noch redete, siehe, da kam Judas, einer der Zwölf, und mit ihm eine große Volksmenge mit Schwertern und Holzknüppeln, von den Hohenpriestern und Ältesten des Volkes. 48 Der ihn aber überlieferte, hatte mit ihnen ein Zeichen vereinbart und gesagt: Den ich küssen werde, der ist es; ergreift ihn. 49 Und sogleich trat er zu Jesus und sprach: „Freue dich, Rabbi.“; und er küsste ihn sehr. 50 Jesus aber sprach zu ihm: Freund, tue, wozu du gekommen bist. Dann traten sie heran und legten die Hände an Jesus und ergriffen ihn. 51 Und siehe, einer von denen, die mit Jesus waren, streckte die Hand aus, zog sein Schwert und schlug den Knecht des Hohenpriesters und trennte sein Ohr ab. 52 Da spricht Jesus zu ihm: Stecke dein Schwert weg an seinen Platz; denn alle, die ein Schwert nehmen, werden durch ein Schwert sterben. 53 Oder meinst du, dass ich nicht jetzt meinen Vater bitten könnte, so dass er mir mehr als zwölf Legionen Engel zur Seite stellen würde? 54 Wie würden nun die Schriften erfüllt werden, dass es also geschehen muss? 55 In jener Stunde sprach Jesus zu der Volksmenge: Wie gegen einen Räuber seid ihr mit Schwertern und Holzknüppeln ausgezogen, um mich festzunehmen. Täglich saß ich bei euch im Heiligtum und lehrte, und ihr habt mich nicht ergriffen. 56 Dies Ganze aber ist geschehen, damit die Schriften der Propheten erfüllt werden. Da verließen ihn alle Jünger und flohen.
57 Die aber Jesus ergriffen hatten, führten ihn weg zu Kaïaphas, dem Hohenpriester, wo die Schriftgelehrten und die Ältesten versammelt waren. 58 Petrus aber folgte ihm von weitem bis zum Hof des Hohenpriesters, und er ging hinein und setzte sich zu den Dienern, um zu sehen, wie es enden würde. 59 Die Hohenpriester aber und die Ältesten und das ganze Synedrium suchten falsches Zeugnis wider Jesus, damit sie ihn zum Tode brächten; 60 und sie fanden keines, und obwohl viele falsche Zeugen herbeigekommen waren, fanden sie keines. Zuletzt aber waren zwei falsche Zeugen herbeigekommen 61 und sprachen: Dieser sagte: Ich kann den Tempel Gottes zerstören und ihn binnen drei Tagen errichten. 62 Und der Hohepriester stand auf und sprach zu ihm: Antwortest du nichts? Was zeugen diese wider dich? 63 Jesus aber schwieg. Und der Hohepriester ergriff das Wort und sprach zu ihm: Ich beschwöre dich bei dem lebendigen Gott, dass du uns sagest, ob du der Christus bist, der Sohn Gottes. 64 Spricht Jesus zu ihm: Du hast es gesagt. Indes ich sage euch: Von jetzt an werdet ihr den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und auf den Wolken des Himmels kommen sehen. 65 Da zerriss der Hohepriester seine Kleider und sprach: Er hat gelästert; was brauchen wir noch Zeugen? Siehe, jetzt habt ihr seine Lästerung gehört. 66 Was dünkt euch? Sie aber antworteten und sprachen: Er ist des Todes schuldig. 67 Dann spien sie in sein Angesicht und schlugen ihn mit Fäusten; einige aber ohrfeigten ihn 68 und sagten: Weissage uns, Christus, wer ist es, der dich schlug? 69 Petrus aber saß draußen im Hof; und es trat eine Magd zu ihm und sagte: Auch du warst mit Jesus, dem Galiläer. 70 Er aber leugnete vor ihnen allen und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst. 71 Als er aber in die Torhalle hinausgegangen war, sah ihn eine andere und sagt zu denen dort: Auch dieser war mit Jesus, dem Nazoräer. 72 Und wiederum leugnete er mit einem Eid: Ich kenne den Menschen nicht. 73 Nach einer kleinen Weile aber traten die Dastehenden herzu und sprachen zu Petrus: Wahrhaftig, auch du bist von ihnen; denn deine Mundart macht dich ja offenbar. 74 Da fing er an, sich zu verwünschen und zu schwören: Ich kenne den Menschen nicht. Und sogleich krähte ein Hahn. 75 Und Petrus gedachte des Wortes Jesu, der zu ihm gesprochen hatte: Ehe ein Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
Kapitel 27: 1 Als es aber frühmorgens geworden war, fassten alle Hohenpriester und Ältesten des Volkes einen Beschluss gegen Jesus, dass sie ihn zu Tode brächten. 2 Und nachdem sie ihn gebunden hatten, führten sie ihn weg und überlieferten ihn Pontius Pilatus, dem Statthalter. (Mt 26, 1-20 Joh 13, 3-17 Mt 26, 21-39 Lk 22, 43-45 Mt 26, 40 - 27, 2)*

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* Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.