Evangelium nach Johannes. Kapitel 12: 17 Die Volksmenge, die bei ihm gewesen war, als er Lazarus aus der Grabstatt gerufen und ihn von den Toten auferweckt hatte, gab nun Zeugnis. 18 Darum ging ihm auch die Volksmenge entgegen, weil sie hörten, dass er dieses Zeichen getan hatte.
19 Die Pharisäer nun sprachen zueinander: Ihr sehet, dass es euch nichts nützt; siehe, die Welt ist ihm hinterhergelaufen. 20 Es waren aber einige Griechen unter denen, die hinaufkamen, um am Fest anzubeten. 21 Diese nun kamen zu Philippus, dem von Bethsaïda in Galiläa, und ersuchten ihn: Herr, wir möchten Jesus sehen. 22 Philippus kommt und sagt ‹es› Andreas, und wiederum Andreas und Philippus sagen ‹es› Jesus. 23 Jesus aber antwortete ihnen: Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde. 24 Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. 25 Wer seine Seele liebt, wird sie verlieren; und wer seine Seele in dieser Welt hasst, wird sie zum ewigen Leben bewahren. 26 Wenn mir jemand dient, so folge er mir nach. Und wo ich bin, da wird auch mein Diener sein. Wenn mir jemand dient, so wird der Vater ihn ehren. 27 Jetzt ist meine Seele aufgewühlt, und was soll ich sagen? „Vater, errette mich aus dieser Stunde.“ Doch deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. 28 Vater, verherrliche deinen Namen. Es kam nun eine Stimme aus dem Himmel: Ich habe verherrlicht und werde auch wiederum verherrlichen. 29 Die Volksmenge nun, die dastand und ‹es› hörte, sagte: Es hat gedonnert. Andere sagten: Ein Engel hat mit ihm geredet. 30 Jesus antwortete und sprach: Nicht um meinetwillen ist diese Stimme erschollen, sondern um euretwillen. 31 Jetzt ist ‹das› Gericht dieser Welt; jetzt wird der Fürst dieser Welt hinausgeworfen werden nach draußen. 32 Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen. 33 Dies aber sagte er, um zu bezeichnen, durch welchen Tod er sterben sollte. 34 Die Volksmenge antwortete ihm: Wir haben aus dem Gesetz gehört, dass der Christus auf ewig bleibe, und wie sagst du, dass der Menschensohn erhöht werden müsse? Wer ist dieser, der Menschensohn? 35 Jesus sprach nun zu ihnen: Noch eine kleine Zeit ist das Licht unter euch. Gehet umher, solange ihr das Licht habt, damit nicht Finsternis euch erfasse. Und wer in der Finsternis umhergeht, weiß nicht, wohin er geht. 36 Solange ihr das Licht habt, glaubt an das Licht, damit ihr Söhne des Lichtes werdet. Dies redete Jesus und ging weg und verbarg sich vor ihnen.
37 Obwohl er aber so viele Zeichen vor ihnen getan hatte, glaubten sie nicht an ihn, 38 so dass das Wort des Propheten Isaïas erfüllt würde, das er gesprochen: «Herr, wer hat unserem Hörensagen geglaubt, und wem ist der Arm des Herrn offenbart worden?» 39 Deshalb konnten sie nicht glauben, weil Isaïas wiederum gesprochen: 40 «Er hat ihre Augen verblendet und ihr Herz verstockt, damit sie nicht sehen mit den Augen noch begreifen mit dem Herzen und umkehren, dass ich sie heile.» 41 Dies sprach Isaïas, als er seine Herrlichkeit sah und von ihm redete. 42 Gleichwohl glaubten aber auch von den Obersten viele an ihn; doch wegen der Pharisäer bekannten sie ‹ihn› nicht, damit sie nicht aus der Synagoge ausgestoßen würden; 43 denn sie liebten die Verherrlichung durch die Menschen mehr als die Verherrlichung durch Gott. 44 Jesus aber rief laut und sprach: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat; 45 und wer mich schaut, schaut den, der mich gesandt hat. 46 Ich, ‹das› Licht, bin in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe; 47 und wenn einer meine Worte hört und nicht glaubt, so richte ich ihn nicht; denn ich bin nicht gekommen, damit ich die Welt richte, sondern damit ich die Welt errette.
48 Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, hat den, der ihn richtet: das Wort, das ich geredet habe, jenes wird ihn richten am letzten Tage. 49 Denn ich habe nicht aus mir selbst geredet, sondern der Vater, der mich gesandt hat, er hat mir als Gebot gegeben, was ich reden und was ich sagen soll; 50 und ich weiß, dass sein Gebot ewiges Leben ist. Was ich also sage, rede ich so, wie mir der Vater gesagt hat.
(Joh 12, 17-50)*
* Texte des Evangeliums nach: Byzantinischer Text Deutsch. Copyright: Schweizerische Bibelgesellschaft. Veröffentlicht mit der ausdrücklichen Genehmigung der Schweizerischen Bibelgesellschaft.